Sitzen

Die Sitzpose

Die Art, wie jemand sitzt, ist Ausdruck seiner Eigenarten und inneren Verfassung, unterliegt aber auch äußeren Bedingungen wie Zeitmangel oderReizenvon außen. Es gibt einige Hinweise auf die es sich zu achten lohnt, wie z.B. das Ausnutzen der Sitzfläche, die Körperhaltung oder die Position der Beine.

 

Die Sitzfläche

Das volle Ausnutzen der Sitzfläche signalisiert ein klares „gekommen um zu bleiben, ich geh hier nicht mehr weg“.Es ist ein Indiz für Sicherheit und Souveränität und ganz klar die Position, die du bei der Prüfung übernehmen solltest.

Ein Sitzen an der Stuhlkante hingegen lässt auf Unsicherheit schließen. Es signalisiert Angst, Zeit in Anspruch zu nehmen und dass man darauf gefasst ist, gleich wieder entlassen zu werden.

Weiters signalisiert ein lockeres oder lasches in den Sessel fallen entweder, dass die Person sehr erschöpft ist oder es ihr ganz einfach an innerem Halt, an Festigkeit, Richtung und Willen fehlt.

 

Die Körperhaltung beim Sitzen

Die Haltung des Oberkörpers ist beim Sitzen auf gleiche Weise zu interpretieren wie beim Stehen.

Aufrecht bedeutet Vitalität, eingesunken deutet auf Passivität hin. Wenn man den Körper zum Partner neigt, zeigt das natürlich Interesse an, wenn man sich zurücklehnt, zieht man sich auch im Geiste zurück. Interessant wird es, wenn die Signale sich widersprechen. Dann sind wir nach Mehrabian im Bereich der 7 Prozent (siehe Grundlagen der Kommunikation) und es lohnt sich wirklich diese Signale genauer zu interpretieren. Zum Beispiel: Wenn jemand „Ja“ sagt und sich dabei jedoch zurücklehnt, womit er sich von seinen eigenen Worten distanziert, spielt das Signal des Körpers die wichtigere Rolle und man könnte eine Unaufrichtigkeit vermuten.

 

Die Position der Beine

In der Fußstellung und Beinhaltung erlaubt das Sitzen noch eine Reihe von Varianten, weil diese Glieder weniger oder gar nicht belastet sind.

Man kann die Füße am Knöchel hintereinander verriegeln: Das ist, als halte man etwas zurück, was noch nicht gesagt ist oder nicht gesagt werden soll. Es zeigt eine innere Verspannung an.

Anders ist es, wenn jemand seine Füße um die Stuhlbeine schlingt: Den bringt man nicht von seinem Standpunkt weg, der klammert sich daran fest bis zum Untergang.

Leute, die innerlich weg wollen, beginnen mit den Füßen Gehbewegungen zu machen, rücken sie vor und zurück, trippeln mit den Fersen. Wer die Fußsohle vom Boden löst, die Füße vielleicht seitlich den Spann legt oder nach vorne streckt, vergrößert einerseits sein Territorium und Wohlbefinden, andererseits signalisiert er damit, dass er sich nicht mit dem Boden der Realität auseinandersetzen möchte. Wer die Füße mit einer bremsenden Bewegung von sich schiebt, der zieht auch innerlich die Bremse an und löst Sperren aus.

Besondere Aufschlüsse gewährt das Übereinanderschlagen der Beine. An sich handelt es sich dabei um eine zweckvolle Bewegung und Haltung, weil sie Gesäß- und Kreuzmuskeln verstärkt und das längere Sitzen erleichtert. Sie zeigt jedoch nicht nur erhöhte Spannung, sondern auch Feinheiten der Beziehung.

 

Wenn beim Übereinanderschlagen der Beine der Oberschenkel vom Gesprächspartner weggezogen wird, so signalisiert diese Intentionsbewegung auch eine Abwendung in Richtung des aufgelegten Beines. Sitzen zwei Personen so nebeneinander, dass die Fußspitzen ihrer überschlagenen Beine zueinander zeigen, so bilden sie eine Kreisintention: Ein Zeichen für Kontaktsuche, Zuneigung und Harmonie. Ebenso lässt eine gegenläufige Haltung auf Differenz und Trennung schließen.

Wenn nun aber mehrere Leute in einer Linie nebeneinander sitzen und alle jeweils das gleicheBein über das andere schlagen, so wird darin eine hohe Solidarität augenfällig.

Abschließend ist noch eine typisch männliche Haltung zu erwähnen: Gespreizte Beinedemonstrierenmännliches Imponiergehabe sowie eineZurschaustellung von Potenz und werden vielfach als Provokation und Herausforderung empfunden.Diese Pose sollte dahereher sparsam eingesetzt werden.