Suggestionen und Affirmationen

Suggestionen sind Aussagen, die in einer für das Unterbewusstsein verständlichen Sprache ausdrücken, was der Sprecher will. Man unterscheidet zwischen

  • Autosuggestionen, die man sich selbst eingibt, und
  • Fremdsuggestionen, die von einem Hypnotiseur oder einen fremden Person eingegeben werden.

Das Prinzip der (Auto-)Suggestion wird beim Autogenen Training, bei der Hypnose und vielen anderen Methoden angewandt.

Wir alle werden täglich durch Suggestionen beeinflusst. Laut einer Harvard-Studie ist ein Mensch bereits vor seinem 18. Lebensjahr über 180.000 negativen Suggestionen ausgesetzt (z.B.: „Du bist zu klein”, „Aus dir wird niemals was” usw.). Die Werbung suggeriert uns Tag für Tag, was wir alles brauchen. Ob wir sie bewusst wahrnehmen oder nicht, niemand kann den Suggestionen, denen wir täglich ausgesetzt sind, entkommen. All diese Suggestionen nisten sich im Unterbewusstsein ein und werden dort wirksam. Man kann allerdings gegen die Wirkung negativer Suggestionen ankämpfen, indem man sich positive Suggestionen vorsagt.

Entwickelt hat dieses Prinzip der Suggestion der französische Apotheker Émile Coué. Er fand heraus, dass Medikamente viel besser wirkten, wenn er seinen Kunden genaue Einnahmeempfehlungen in Form von positiven Mantren empfahl (“Es geht mir Tag für Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser”). Er forschte auf diesem Gebiet weiter und gab schließlich seinen Beruf als Apotheker auf, um als Therapeut zu arbeiten. Coué wurde als Wunderheiler bekannt, wogegen er sich jedoch stets verwehrte. Er betonte immer wieder, er heile niemanden – die Patienten heilten sich selbst. Seine Patienten bekamen von ihm folgende Autosuggestion: „Es geht mir Tag für Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser.” Diese sollten sie sich täglich morgens, mittags und abends 25-mal halblaut vorsagen. Mit dieser Methode erzielte Coué überwältigende Erfolge. Seine Patienten kamen von nah und fern. Der Grundstein für die Technik der Autosuggestion war gelegt.

Die grundlegenden Prinzipien seiner Vorgehensweise sind heute immer noch gültig, auch wenn die Technik bis heute stark verfeinert wurde. Heute weiß man, dass eine Suggestion am wirksamsten ist, wenn sie im Zustand tiefer Entspannung, im sogenannten Alphazustand, angewandt wird. Bereits Coué erkannte, dass die Wiederholung ein wesentlicher Eckpfeiler für effektive Suggestionen darstellt. Suggestionen müssen sehr oft wiederholt werden, damit sie sich wirklich ins Unterbewusstsein einbrennen und unauslöschlich dort verankert werden.

Laut Coué ist eine Suggestion am effektivsten, wenn sie ähnlich einem Mantra halblaut vor sich ausgesprochen wird. Heute weiß man, dass eine Suggestion ungleich stärker wirkt, wenn man in jede Wiederholung Bedeutung und Glauben legt und sie mit mentalen Bildern (Visualisierungen) verbindet. Je stärker du an das glaubst, was du sagst, desto eher und stärker wirkt die Suggestion. Glaube wird durch Wiederholung erzeugt.