Stadien der Hypnose

Da die Hypnose kein einheitlicher Zustand ist, ist es auch schwierig, verschiedenen Stadien der Hypnose oder verschiedene Hypnosetiefen zu bestimmen.

Viele Laien glauben, dass die Hypnosetiefe mit körperlicher Entspannung oder Bewusstlosigkeit zu tun hat, das ist aber falsch. Entscheidend ist allein, dass die Bereiche im Inneren aktiviert sind, die für die gewünschte Anwendung notwendig sind. Oder der Klient dabei entspannt oder sein Bewusstsein einschränkt, spielt nur dann eine Rolle, wenn dies für die Anwendung benötigt wird.

Da es sehr schwer messbar ist, in welcher Art von Trance der Klient sich in einer Sitzung befunden hat, sind im hypnotischen Sprachgebrauch folgende drei Grobeinteilungen für die Trancetiefe üblich. Es wird an dieser Stelle aber noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass diese „Tiefen“ nicht über Wirksamkeit oder Wirkungslosigkeit entscheiden, sondern lediglich das Empfinden des Klienten während der Trance beschreiben.

 

  1. Stadium: leichte Trance

In der leichten Trance (Somnolenz) ist der Unterschied zum normalen Wachbewusstsein minimal. Es tritt eine erste Entspannung der Muskulatur, sowie ein leicht gesteigertes Wohlbefinden ein. Es sind schon fast alle Suggestionen möglich (mit Ausnahme bestimmter körperbezogener Anwendungen). Dieses Stadium reicht für viele einfache Anwendungen schon aus. Der Klient bekommt alles mit und kann sich danach auch an alles erinnern.

 

  1. Stadium: mittlere Trance

In der mittleren Trance (Hypotaxie) setzt sich die Vertiefung der Entspannung fort. Das Wachbewusstsein wird immer eingeschränkter. Langsam beginnt ein Verlust der Eigenmotorik und es sind schon weiterführende Suggestionen, wie beispielsweise eine lokale Betäubung möglich. Hier können posthypnotische Suggestionen (also Suggestionen, die erst nach der Trance eintreten sollen) verbessert wirken. Das Wachbewusstsein hat trotzdem immer noch eine gewisse Kontrollfunktion und kann auf den Ablauf einwirken. Unter Umständen kann im Anschluss eine teilweise Amnesie (Gedächtnisverlust) stattfinden.

 

  1. Stadium: tiefe Trance

In der tiefen Trance (Somnambulenz) ist das Wachbewusstsein weitgehend abgeschaltet. Es sind auch unlogische oder realitätsfremde Suggestionen möglich. Es kann eine komplette Amnesie erreicht werden. Des Weiteren sind positive Halluzinationen (Dinge sehen, die nicht da sind), wie auch negative Halluzinationen (Dinge, die da sind, nicht sehen) möglich. Wichtig ist aber zu unterscheiden, ob es sich um eine tiefe Trance im Sinne des Somnambulismus oder um eine tiefe Trance in der Nähe des Schlafes handelt! Denn wenn es eine schlafende Trance ist, dann kann es auch vorkommen, dass das Unterbewusstsein völlig „abgeschaltet“ und die Anwendung ganz an Wirkung verliert. Kontrollmöglichkeiten sind Fraktionierung und Armlevitation.

 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die meisten Anwendungen schon ab einer ganz leichten Trancetiefe funktionieren können. Die tatsächlich benötigte Trancetiefe hängt stark von der gewünschten Anwendung ab. Je körperbezogener ein Behandlungsziel ist, desto tiefer sollte auch die Trance sein. Bei einer einfachen Phobienbeseitigung reicht oft schon eine leichte Trance, Rauchentwöhnungen oder Gewichtsreduktion verlangen zumindest eine leichte bis mittlere Trance.

Eine Narkose oder eine komplexere Beeinflussung von Körperfunktionen sollten zumeist in einer tiefen Trance stattfinden. Oft wird vermutet, dass in tieferen Trancen ein Behandlungserfolg schneller stattfindet und eine Behandlung „fester verankert“ ist. Das muss aber nicht unbedingt so sein. Ganz im Gegenteil, eine zu tiefe Trance kann manchmal sogar blockierend wirken.

Das alles sind Erfahrungs- und Richtwerte die stark vom einzelnen Klienten und dessen Unterbewusstsein abhängen!

Bei einigen Klienten reicht sogar schon eine leichte Trance für eine Narkose oder eine sofortige Umsetzung einer komplexen Suggestion, andere brauchen eine tiefere Trance, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Die tatsächliche notwendige Trancetiefe sollte der Hypnotiseur testen, die Erlebnisse individuell beurteilen und dem Klienten entsprechend einleiten.