Anker setzen (Beispiel)

A:           Ich möchte einen Anker setzen, womit ich unterbinden kann, dass ich – sobald ich mit einer bestimmten Person zusammen treffe – unsicher werde. Einen Anker der mir bestätigt: Stopp, du kommst damit nicht mehr durch bei mir.

B:           Überlege dir, fühle nach, welchen Anker du setzen möchtest.

A:           Ich möchte den Anker mit Zeigefinger und Daumen machen, symbolisch passt das für mich gut. Ich brauche eine Mauer, nein, die habe ich. Ich bin selbstbewusst. Ich nehme dieses Bild, das ich gerade habe.

B.            Wie sieht das von außen aus?

A:           Ich bin im Hochstatus. Ich habe ein Kraftfeld um mich.

B:           Du siehst extern, dass du eine selbstbewusst starke Frau bist?

A:           Ja, von außen betrachtet, bin ich eine starke, selbstbewusste Frau, mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

B:           Dann komm wieder zurück und nimm das Bild von vorhin mit.

A:           Ja, damit kann ich gut. Ich glaube, mir reicht das Bild mit Einatmen, Aufrichten, Schultern zurück.

B:           Gibt es auch etwas in Richtung auditiv?

A:           Ich nehme einen tiefen Atemzug zur Beruhigung und Entspannung, diese tiefe Entspannung – alles ist unter Kontrolle.

B:           Das Gefühl dazu?

A:           Es ist ein Gefühl von Sicherheit und Freiheit, ein allgemeines Wohlgefühl, sehr angenehm.

B:           Wir haben nun dieses Bild, sehen diese starke, selbstbewusste Frau, die alles unter Kontrolle hat, hören das gute Einatmen, spüren das Gefühl dazu, bringen das zusammen zu einem Gesamtbild. Wenn Du dieses Gesamtbild siehst, das Gefühl spürst, ist der Anker mit Zeigefinger und Daumen noch     der richtige Platz?

A:           Nein.

B:           Wo dann?

A:           Ich habe da so eine Weite in mir, es wäre wahrscheinlich eine Bewegung der Hände – aber nur gedanklich. Ja, das geht auch nur gedanklich.

B:           Du kannst den gedanklichen Platz sehen?

A:           Ja, das geht.

B:           Du möchtest jetzt den Anker setzen?

A:           Ja.

B:           Während dieses Gefühl gerade noch wächst, setzt du den Anker, damit du den richtigen Zeitpunk ankerst.

B:           Gehe in dich, spüre dich als diese starke Frau, selbstbewusst, als die Frau, die alles im Griff hat und höre das Geräusch des Einatmens, das starke Gefühl: „Diese Frau  schafft alles“.  Spür dich hinein, wie sich das alles zusammen anfühlt. Spüre, wie du das jetzt ankerst mit der „gedanklichen“ Bewegung deiner Hände. Und spüre und sei dir gewiss, wie du das, wenn du es brauchst, immer wieder abrufen kannst. Spüre in dich hinein.

A:           OK.

B:           Bleib noch bei dir, verinnerliche das, spüre es nah, damit du die Erinnerung jederzeit abrufen kannst.

A:           Yes, I can!!!

 


A:           Ich möchte einen Anker setzen, um überzeugender zu sein.

B:           Welche Situation in der Vergangenheit wäre dafür passend?

A:           Das ist noch in Englisch, da fühle ich es stärker als in Deutsch, aber ich weiß, ich kann auch mit Deutsch erreichen, was ich will. Zum Beispiel: In England war ich Pfandfinderführer, wo alle zuhören und tun, was man vorschlägt. Das tut richtig gut, wenn alles koordiniert ist. Es ist also für mich möglich. Es ist auch eine kulturelle Thematik. Es ist etwas anderes in einer anderen Kultur, wo das nicht so verstanden wird.

B:           Wenn du es in einer anderen Kultur geschafft hast – das Gefühl musst du ja mitnehmen können, auch wenn der Kontext, die Kultur eine andere ist, oder?

A:           Ja, vom Gefühl her geht das sicher.

B:           Dann schauen wir, dass wir ein Bild und ein Gefühl bekommen. Weißt du schon deinen Anker?

A:           Das lasse ich noch offen.

B:           Suche dir eine Situation aus…

A:           Nickt.

B:           Wo war das, wann war das, wer war dabei? Hörst du dabei Geräusche, Stimmen? Schildere die Situation.

A:           Ich sehe viele freundliche Gesichter, die lächeln. Sie wollen da sein, stehen im Kreis und freuen sich, auf das was kommt.

B:           Du bist mittendrin?

A:           Ich bin Teil des Kreises. Alle sind in Vorfreude.

B:           Wie fühlst du dich in diesem Umfeld?

A:           Komplett. Ich spüre die warme Energie, die Bereitschaft, Verbundenheit, dass wir wirklich gemeinsam etwas erreichen wollen.

B:           Das gibt dir Stärke?

A:           „Komplett“ trifft es gut. Es ist eine Bestätigung, dass ich da richtig bin, voll akzeptiert bin. Jeder darf Ideen und Gedanken frei aussprechen, auch wenn es ein bisschen Spaß gibt, niemand wird bestraft, wenn jemand was anderes sagt. Vielleicht wird es ein paar humorvolle Kommentare geben.

B:           Also sehr wertschätzend?

A:           Ja.

B:           Ist das ein farbiges Bild?

A:           Ja.

B:           Gibt es Geräusche, Stimmen?

A:           Leute, die untereinander kommunizieren, lächelnd, lebendig. Leute tun etwas, es gibt auch Geräusche – eine Anspannung: Die Bereitschaft etwas Neues zu auszuprobieren. Geräusche, die ich nicht beschreiben kann.

B:           Dann nimm sie für dich wahr.

B:           Hast du eine Idee, was davon du speichern (ankern) möchtest? Ist das ein Bild, ist das eine Bewegung…

A:           Es ist sehr, sehr herzlich. Wohlgefühl in echt, nicht von jemandem nur dargestellt – es kommt direkt aus dem Herzen.

A:          „Hand aufs Herz“ wäre ein guter Platz für den Anker setzen. Ja, hier gehört die geschlossene Faust hin – für diesen Zusammenhalt.

B:           Gehe noch einmal in diese Situation hinein, in den Kreis der freundlichen Gesichter. Spüre die Bereitschaft für etwas Neues, die Herzlichkeit, Freiheit, Akzeptanz, das Wohlwollende, nimm auch diese Geräusche wieder wahr, alles zusammen.

B:          Wenn du das Gefühl hast, es geht kaum noch besser, dann nimm diese  Gefühle der Akzeptanz, Verbundenheit, Freiheit ganz intensiv wahr und setze deinen Anker. Und wenn du so weit bist, dass fühlen kannst, dass du all diese guten Gefühle tief verankert hast, dann komme in deinem Tempo zurück.

B:           Wie fühlt sich das an?

A:           Das tut gut.